Bratwurst selber machen

Bratwurst selber machen 3 Sorten – Thüringer, Fränkische & Merguez

Bratwurst selber machen ist ein ziemlich leckeres Projekt, dass ich sehr empfehlen kann.
Es gibt ein paar Dinge zu beachten, damit es funktioniert.
Welche Hürden es zu meistern gibt, beschreibe ich in meinem Beitrag, anhand von Beispielen, wie es mir am Anfang erging.
Bitte nicht davon abschrecken lassen und einfach ausprobieren.
Mit ein wenig Übung gelingen einem super leckere Bratwürste.

Was braucht man, um Bratwurst selber zu machen?

Man braucht natürlich Fleisch, Gewürze und Därme zum Füllen, aber weil das entscheidend ist, gehe ich darauf gleich genauer ein.

Als Geräte benötigt man einen Fleischwolf und einen Wurstfüller*.
Wobei man seinen Metzger bitten kann, das Fleisch für einen durch den Fleischwolf zu lassen, wenn man keinen hat und es nur mal ausprobieren möchte.
Um das Wurstbrät in den Darm zu bekommen, braucht man einen Wurstfüller.
Es gibt alternativ die Möglichkeit einen Trichter zu verwenden, auch wenn das sehr Zeitintensiv ist.
Wenn man es nur mal ausprobieren möchte, ist es aber eine günstige Alternative.
So oder so, irgendein Gerät benötigt man, um den Darm zu füllen.
Aus Erfahrung weiß ich inzwischen, dass es nicht ratsam ist irgendein günstiges Gerät zu kaufen, insbesondere beim Wurstfüller.
Mein erstes, günstiges Modell, liegt inzwischen nach nur wenigem Nutzen, auf dem Wurstfüller Friedhof.
Schönes Geld, das ich besser in ein anständiges Gerät investiert hätte.

Bratwurst selber machen

Gleiches gilt für den Fleischwolf*.
Mein Modell funktioniert zwar noch, aber neben der Tatsache, dass es unbeschreiblich laut ist, ist es auch sehr schwach, was zu minderer Qualität von Brät führt.
Ich möchte das nicht unerwähnt lassen und so tun, als ob es kein Problem wäre und alles wunderbar funktioniert.
Wenn du die beiden Geräte noch nicht besitzt und nicht sicher bist, versuche erst die Alternativen.

Bratwurst selber machen

Wenn du dann denkst, das bereitet mir Freude und ich möchte gerne mehr, häufiger und auch andere Wurstsorten, wie Salami ausprobieren, investiere von Anfang an in gutes Material.
Es lohnt sich, wie gesagt, ich habe diese Erfahrung doppelt bezahlt.

Erfahrung ist der beste Lehrmeister

Ja, ich hätte auch einen rosigen Beitrag zum Bratwurst machen schreiben können, und wie einfach und toll das alles funktioniert, macht es aber nicht.
Es hat ja einen Grund, warum ein Metzger 3 Jahre lernen muss, bevor er sein Handwerk beherrscht.
Ich als gelernter Koch habe zwar ein wenig Ahnung, was Fleisch angeht, aber das richtige Verhältnis von Fleisch und Fett zu finden, ist ein Lernprozess, der zu Erfahrung führt, die man einfach nur durch Ausprobieren bekommen kann, solange man keinen Lehrmeister hat, der einen an die Hand nimmt.

Bratwurst selber machen

Mein Lehrmeister war das Internet und ausprobieren.
Ich habe, bevor ich damit angefangen habe, natürlich erst einmal recherchiert und andere Rezepte ausprobiert.
Meine ersten Bratwürste, und ich meine damit die Mehrzahl der ersten Versuche, gingen ziemlich daneben.
So einfach, wie in den Rezepten und Anleitungen beschrieben, war es dann leider doch nicht.
Daher möchte ich hier von meiner Erfahrung berichten, als zu behaupten, dies sei die richtige Anleitung und die besten Rezepte für Bratwürste.

Ich hoffe sehr, dass meine Erfahrung dir dabei hilft, dass der erste Versuch gleich ein Erfolg wird.

Fleisch und der richtige Fettgehalt

In vielen Rezepten ist die Rede vom Prozentgehalt an benötigtem Fett im Wurstbrät.
Welchen Fettgehalt das von dir verwendete Fleisch aber tatsächlich hat ist sehr schwer zu ermitteln, wenn man es nicht vollkommen seziert und Fett und Fleisch getrennt abwiegt.
Davon abgesehen, dass intramuskuläres Fett gar nicht ermittelt wird dabei.
Es gibt natürlich durchschnittliche Angaben zum Fettgehalt einzelner Fleischteile.
So hat Schweineschulter einen durchschnittlichen Fettgehalt von ungefähr 10 Prozent, pariert 5-7 Prozent.
Beim Kauf selber kannst du aber auch ein sehr mageres Stück bekommen oder ein mit deutlich mehr Fettanteil.
Mehr Fett ist dabei nicht so tragisch, wie weniger.

Bratwurst selber machen

Und genau das ist es, was ich mit Erfahrung meine. Du wirst Fleisch kaufen, es ausprobieren und die Bratwurst wird möglicherweise zu trocken oder zu fettig sein.
Das ist aber alles nicht so schlimm, weil man die Wurst ja trotzdem noch essen kann, es ist vielleicht nur nicht so lecker wie erhofft.
Was wiederum auch Geschmackssache ist.
Wie gesagt, ausprobieren ist hier der König und beste Lehrmeister.
Ich schreibe das nur, damit klar wird, dass es vielleicht nicht auf Anhieb funktioniert.
Beim nächsten Kauf wirst du dann schon besser erkennen, welches Stück Fleisch für dich das richtige ist.
Fleisch ist ein Naturprodukt, das natürlichen Schwankungen unterliegt, das muss man einfach bedenken.

 

Wenn man damit anfängt und auch die erste Zeit, wird es zu irgendwelchen Problemen kommen, die die Qualität der Wurst beeinflusst.
Ich bin beim ersten Versuch davon ausgegangen, dass wird eine richtig leckere Thüringer Bratwurst, die ich seit ewigen Zeiten nicht hatte.
Habe extra mehr Kümmel in das Brät gemacht weil, ich den Geschmack so gut finde und, in gekauften, für mich, nie genug Kümmel drin ist.

Was soll ich sagen, die ersten Würste waren bröselig und das ganze Fett ist beim Grillen ausgelaufen.
Der Darm war viel zu fest und überhaupt nicht lecker.

Am schlimmsten fand ich dabei noch den Darm.
Ich habe mir Kollagen Darm bestellt, der zum Mitessen geeignet sein sollte.
War er auch, aber zäh wie Hupe.
Für andere Würste habe ich getrockneten Schafsdarm bestellt, ich glaube, das war Plastik, weil ungenießbar.
Dann habe ich gesalzenen Schafsdarm bestellt, von dem ich nicht weiß, ob er funktioniert, weil er mich in den Wahnsinn getrieben hat.
Verheddert und verknotet beim Spülen und weil er so filigran ist, habe ich beim Spülen echt Schwierigkeiten gehabt.
Das Aufziehen auf den Füllstutzen ist völlig daneben gegangen, weil er so schmal ist, dass ich erst einen Füllstutzen mit einem kleineren Durchmesser kaufen muss.
Information ist alles.

Gleichzeitig habe ich aber auch gesalzenen Schweinedarm gekauft und damit hat es wunderbar funktioniert.
Der richtige Darm ist also gefunden und ob ich jemals den Schafsdarm verwende, das überlege ich mir noch.

Bratwurst selber machen

Die Wurst war bröselig und das Fett ist ausgelaufen, weil das Brät zum einen zu warm geworden ist und zum anderen nicht gut genug homogenisiert war.
Nach weiteren Versuchen und mehr Recherche konnte ich diese Fehler dann endlich ausschließen.
Das Wurstbrät darf nicht wärmer als 12 Grad werden, da ansonsten die Bindung verloren geht, die man durch das Homogenisieren hineingebracht hat.
Das Homogenisieren, die Verbindung von Fett und Fleisch, erreicht man wiederum, indem man das Brät intensiv knetet.
Macht man das, wie ich, in einer warmen Umgebung und von Hand, wird das Brät schnell wärmer als 12 Grad.
Besser man verwendet dafür eine Küchenmaschine mit Knethaken, wenn man eine hat. Die Hände wärmen das Brät zusätzlich auf.

Wenn man das erst einmal weiß, kann man speziell darauf achten, dass das Fleisch und später das Brät die ganze Zeit über gut gekühlt ist.
Das Fleisch wird dafür nach dem schneiden angefroren und dann so zügig wie möglich weiter verarbeitet. Die beweglichen Teile vom Fleischwolf werden ebenfalls gekühlt.
Wenn das Brät nach dem Wolfen schon zu warm ist, wird wieder so lange im Tiefkühlfach gelagert, bis es 1-2 Grad kalt ist und erst dann so lange geknetet, bis es homogenisiert ist.
Wie das aussieht, sieht man am besten in meinem Video zu dieser Anleitung.

Bratwurst selber machen

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Dann hatte ich ja schon den Darm erwähnt.
Traditionell werden bestimmte Sorten in bestimmte Därme angefüllt.
Fränkische Bratwurst und Merguez, um die es heute geht, werden zum Beispiel in Schafsdarm abgefüllt.
Daher auch mein Schafsdarm Kauf.
Wenn man das Brät zum ersten, zweiten und dritten Mal abfüllt, ist das gar nicht so einfach, wie es bei anderen aussieht.
Es ist einfach ein Lernprozess.
Das fängt bei der Wahl des Darms an, geht weiter beim Spülen, aufziehen und abfüllen.

Bratwurst selber machen

 

Ich hatte echt Schwierigkeiten, den Darm auf den Abfüllstutzen zu ziehen, er wollte einfach nicht so geschmeidig darauf gleiten, wie ich es in anderen Videos gesehen hatte.
Den Darm direkt aus einer Schüssel mit Wasser darauf zu ziehen und dabei so parallel wie möglich zum Füllrohr zu halten, war dann letztendlich der Trick, mit dem es super einfach geht und ich mich gefragt habe, warum nicht gleich so?

Wie gesagt, Schafdarm habe ich erst mal verbannt. Der getrocknete hat gut funktioniert, ist aber ungenießbar. Darauf zu kauen ist wie, wenn man einen Luftballon aufpustet und auf dem Endstück herumbeißt.
Der von mir bestellte ist scheinbar ein Fake Produkt.
Das muss dir natürlich nicht so passieren, daher läuft das außer der Kategorie.
Etwas weiteren Schweinedarm, Kaliber 30/32, zu verwenden hat mir das Füllen deutlich erleichtert.

Bratwurst selber machen

Doch, da liegt auch gleich die nächste Falle verborgen, zu straffes und pralles Abfüllen.
Kauft man eine Bratwurst, ist der Darm recht prall gefüllt und kann die Wurst an einem Ende halten, ohne dass sie in der Mitte im 90 Grad Winkel abknickt.
Ich war der Meinung, dass gehört so und habe versucht, den Darm so prall wie möglich zu füllen.
Dabei ist zum einen ständig der Darm geplatzt, was sehr nervig ist, und das Abdrehen hat dadurch auch nicht funktioniert, weil der Darm so straff gefüllt war, dass er beim Abdrehen geplatzt ist.
Vermeide also den Fehler, den Darm zu prall zu füllen, dann geht es ganz einfach.
Das waren so weit meine größten Hürden, auf dem Weg zu leckeren Bratwürsten.
Berichte gerne von deiner Erfahrung in den Kommentaren und verrate deine besten Tricks für perfekte Bratwurst.
Viel Spaß beim Ausprobieren und gutes Gelingen
Nico

Bratwurst selber machen

Bratwurst selber machen 3 Sorten

Rezept für drei Sorten grobe Bratwurst nach Art einer Fränkischen, Thüringer und einer Merguez
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 45 Minuten
Ruhezeiten 6 Stunden
Gesamtzeit 7 Stunden 5 Minuten
Gericht Hauptgericht, Wurst
Küche Deutsch, Französisch
Portionen 1 Kilo

Kochutensilien

  • Fleischwolf
  • Wurstpresse

Zutaten
  

Fränkische Bratwurst

  • 450 g Schweineschulter
  • 400 g Schweinebauch
  • 150 g Schweinerückenspeck
  • 20 g Salz
  • 5 g frisch gemahlener Pfeffer
  • 5 g gerebelter Majoran
  • 1 TL Zitronenschale
  • 1 g Ingwerpulver
  • 1 g Muskatblüte Macis
  • 100 ml kohlensäurehaltiges Mineralwasser
  • 4 m Schafdarm Saitling 18/20

Grobe Bratwurst

  • 450 g Schweineschulter
  • 400 g Schweinebauch
  • 150 g Schweinerückenspeck
  • 20 g Salz
  • 5 g gemahlener Kümmel
  • 4 g frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 g Muskatblüte Macis
  • 1 g Knoblauchpulver
  • 100 ml kohlensäurehaltiges Mineralwasser
  • 4 m Schweinedarm 30/32

Merguez

  • 450 g Lammschulter
  • 300 g Rinderschulter
  • 250 g Schweinerückenspeck
  • 20 g Salz
  • 5 g frisch gepresster Knoblauch
  • 4 g edelsüßes Paprikapulver
  • 3 g Cayennepfeffer oder Chilipulver
  • 3 g schwarzer Pfeffer
  • 2 g gemahlener Kreuzkümmel
  • 2 g gemahlener Koriander
  • 1 g Piment
  • 60 g Harissa
  • 40 ml kohlensäurehaltiges Mineralwasser
  • 4 m Schafdarm Saitling 18/20

Anleitungen
 

Fränkische Bratwurst

  • Für die Fränkische Bratwurst das Fleisch von überschüssigen Sehnen und Fett befreien und in ca. 2 cm breite Streifen schneiden. Die Gewürze dazu geben und gut mit dem Fleisch vermischen. Das Fleisch für 1-2 Stunden einfrieren bzw. so lange bis das Fleisch angefroren ist, etwa 0 bis -1 °C.
  • In der Zwischenzeit die beweglichen Teile des Fleischwolfs kühlen. Den Darm in lauwarmem Wasser einweichen, falls getrockneter Darm verwendet wird, oder gesalzenen Darm kräftig durchspülen.
  • Das Fleisch durch die 4-mm-Lochscheibe des Fleischwolfs lassen.
  • Das Mineralwasser dazu geben und mit dem Brät verkneten, bis die Masse homogenisiert ist. Wenn das Brät so klebrig ist, dass es an den Händen kleben bleibt und sich nicht mehr von alleine ablöst, kann es in Därme abgefüllt werden.
  • Das Füllrohr (12 mm) am Fleischwolf oder Wurstfüller befestigen und den Darm aufziehen. Die Fleischmasse in den Darm füllen und anschließend Würste von ca. 20 cm Länge abdrehen. Vor der Zubereitung mind. 2 Std. ruhen lassen.
  • Der Darm und das Brät werden dabei fest und die Würste können durchtrennt werden, ohne dass sie sich öffnen. Gleichzeitig haben die Gewürze Zeit, ihr Aroma an das Brät abzugeben.

Grobe Bratwurst

  • Für die Grobe Bratwurst nach Thüringer Art Das Fleisch wie oben beschrieben vorbereiten und durch die 4-mm-Lochscheibe des Fleischwolfs lassen.
  • Das Mineralwasser dazu geben und mit dem Brät verkneten, bis die Masse homogenisiert ist. Wenn das Brät so klebrig ist, dass es an den Händen kleben bleibt und sich nicht mehr von alleine ablöst, kann es in Därme abgefüllt werden.
  • Das Füllrohr (26 mm) am Fleischwolf oder Wurstfüller befestigen und den Darm aufziehen. Die Fleischmasse in den Darm füllen und anschließend Würste von ca. 15 cm Länge abdrehen. Vor der Zubereitung mind. 2 Std. ruhen lassen.

Merguez

  • Für die Merguez das Fleisch wie oben beschrieben vorbereiten, aber ohne Knoblauch und Harissa dazuzugeben. Anschließend durch die 6-mm-Lochscheibe des Fleischwolfs lassen.
  • Knoblauch, Harissa und das Mineralwasser dazu geben und mit dem Brät verkneten, bis die Masse homogenisiert ist. Wenn das Brät so klebrig ist, dass es an den Händen kleben bleibt und sich nicht mehr von alleine ablöst, kann es in Därme abgefüllt werden.
  • Das Füllrohr (12 mm) am Fleischwolf oder Wurstfüller befestigen und den Darm aufziehen. Die Fleischmasse in den Darm füllen und anschließend Würste von ca. 10-15 cm Länge abdrehen. Vor der Zubereitung mind. 2 Std. ruhen lassen.

13 Kommentare

  • Tobias Munk

    Hallo Nico!
    Vielen Dank für die wissenschaftliche Erklärung. Dieser Einblick hilft mir persönlich, das besser zu verinnerlichen und zu behalten.
    Sascha wird das sicher auch interessieren.
    Ich bleibe auf jeden Fall dran!
    Nochmals liebe Grüße und einen herzlichen Dank für Deine Art und Ausführlichkeit
    Tobi

  • Stefan

    Hallo ,

    Ich finde Deine Seite toll und habe das Rezept für die Grobe Bratwurst hergenommen nur das Wasser durch Milch ersetzt da werden die Dinger richtig knusprig wegen des Milchzuckers .
    Die Gewürze sind gut abgestimmt und es ergiebt alles Sau leckere Bratwürste .

    Danke

    • Andrea Lutz

      Hallo Nico,
      ich hatte 2023 schon einmal geschrieben. Gestern haben wir mal wieder gewurstet, diesmal nur Nürnberger und Merguez. Wir sind diesmal mit unserer Küchenmaschine aber echt an die Grenzen gestoßen. da ich dieses Jahr in Rente gehe, denke ich, dass wir öfter mal wursten werden. Viel Probleme hat wirklich das Füllen gemacht, da wir immer ein Vakuum erzeugt haben und der,Stössel zum runterdrücken einfach immer fest hing. Nun ist die Frage, was nimmt man alternativ zu einer Küchenmaschine zum Wolfen und Füllen. Hast Du einen Tipp für uns? Ich hab viel nachgesehen, bin aber nicht schlüssig. Das Wolfen funktioniert auch nicht so optimal, ich könnte damit aber eventuell noch leben. Sollte ich einfach mal nur einen Wurstfüller kaufen? Ist ein Fleischwolf mit Füllaufsatz ausreichend?
      Ich würde mich über Feedback freuen.
      Liebe Grüße Andrea

    • Nico Stanitzok

      Bei 1 Kilo Brät bekommt man eine riesengroße Bratwurstschnecke oder 10 Bratwürste á 100 Gramm oder 20 Bratwürste á 50 Gramm oder nur 5 Bratwürste á 200 Gramm. Man kann es sogar ganz genau definieren, nicht ungefähr. Ungefähr ergibt es 11 Bratwürste oder 12 vielleicht auch nur 9.

        • Tobias Munk

          Ich schließe mich Sascha Braun an!
          Nico vielen Dank! Ich habe als junger Kerl schon beim Schweinezerlegen auf dem Hof geholfen und da wurden verschiedenerlei Würste gemacht. Ich habe hier ganz besonders Deine Art genossen, das zu beschreiben und nicht mit eigenen Fehlern zu sparen! Eine Wohltat so einen echten Text heute noch zu lesen, auch noch zu so einem schönen Thema! Vielen Dank!
          Ich verachte Paypal, wenn Du also eine Spende möchtest, schicke mir gerne auf meine Email einen Text, dann können wir uns austauschen! Göttlich- lange nicht mehr so gelacht…(Die anderen S-Bahn Passagiere sind ganz empört…)Tränen..

        • Tobias Munk

          Hallo Nico, nachdem wir schon kurz Kontakt hatten, weil ich sooo arg lachen musste, über Deine wirklich lustige und wie ich finde, angemessene Antwort zum Wiegen von Würsten, wollte ich mich jetzt, nachdem ich mit der Hilfe Deiner Beschreibung, der Erläuterung möglicher Fehlerquellen und natürlich mit Deinem Rezept, mein Erstlingswerk auf sehr rudimentäre Weise zu einem guten Ergebnis gebracht habe, herzlich bedanken.
          Ich habe auf Anhieb 1,5 kg Bratwurst gemacht, einfach, weil ich mehr Bauch zur Verfügung hatte und mir das hochgerechnet habe. Nicht mein Verdienst, sondern Deiner. Vernünftige Angaben, ein Grundrezept, das eben genau solche Möglichkeiten zulässt und viele eindrücklich geschilderte Tips! Einfach klasse!!!
          Jetzt dennoch eine Frage: Ich habe auch die Gewürze hochgerechnet und zwar nach demselben Schlüssel. Da schien mir das Salz ein kleinwenig zu viel. Hast Du da einen Tip, nach welcher Kurve man Salz an unterschiedliche Brätmengen anpassen kann?
          (Ansonsten habe ich mich wegen Deiner Beschreibung mit einem Fleischwolf rangetraut und es auch trotz der Widrigkeiten des Fehlens der dritten Hand beim Füllen hinbekommen. Nur eine Wurst ist geplatzt und die wurde gleich gegessen- Wurscht….)
          Ganz liebe Grüße und Danke für die klasse Anleitung!!!!
          Tobi

          • Nico Stanitzok

            Hallo Sascha, danke für dein tolles Feedback. Zum Salz kann ich dir nur eins sagen, ok zwei, Geschmackswahrnehmung und Probieren.
            Doppelte Menge = doppelte menge Salz, das passt schon, dir ist das dann halt geschmacklich zu viel. Wäre also auch schon bei der einfachen Menge so geschehen.
            Die Einzige Möglichkeit das zu justieren ist zu probieren. Bei der Menge werden gewöhnlich 2% angenommen, wie beim Brotbacken. Das Salz hat nicht nur eine geschmackliche Funktion, sondern auch eine technische.
            1. Die Proteinlösung (Der „Kleber“)
            Das ist die wichtigste Funktion. Fleisch besteht zu einem großen Teil aus Muskelfasern. Wenn du Fleisch zerkleinerst (wolfst) und Salz hinzufügst, passiert etwas Entscheidendes:

            Extraktion von Myosin: Salz löst die salzlöslichen Eiweiße (vor allem das Myosin) aus den Muskelzellen heraus.

            Bindung: Dieses gelöste Eiweiß bildet eine klebrige Matrix. Wenn du die Masse später erhitzt, gerinnt dieses Eiweiß und bildet ein stabiles Netzwerk, das die Fetttröpfchen und das Wasser fest umschließt.

            Das Ergebnis: Die Wurst bekommt den typischen „Biss“ und eine elastische Textur, statt beim Anschneiden zu zerfallen.

            2. Wasserbindungsvermögen
            Frisches Fleisch verliert beim Garen Feuchtigkeit. Salz erhöht den pH-Wert des Fleisches leicht und verändert die elektrische Ladung der Proteine. Dadurch können die Proteine wesentlich mehr Wasser zwischen sich „festhalten“.

            Technischer Tipp: In der Profi-Metzgerei spricht man hier oft vom „Aufschließen“ des Fleisches. Ohne diesen Prozess würde die Bratwurst beim Braten trocken und strohig werden.

            3. Emulgierung von Fett
            Eine Bratwurst besteht oft zu 20 % bis 30 % aus Fett. Damit das Fett beim Braten nicht einfach aus der Wurst läuft (was zu einer schrumpeligen, fettigen Wurst führt), muss es emulgiert werden. Das durch Salz gelöste Eiweiß legt sich wie eine Schutzhülle um die winzigen Fettpartikel und hält sie in der Struktur gefangen.

            4. Konservierung und Mikrobiologie
            Auch wenn wir Bratwurst meist frisch essen oder direkt einfrieren, hat Salz eine schützende Funktion:

            Osmose: Salz entzieht potenziellen Verderbnis-Bakterien das Wasser (Osmose), wodurch deren Wachstum gehemmt wird.

            Selektion: Es begünstigt „gute“ Bakterien (wie Milchsäurebakterien bei Rohwürsten), während es pathogene Keime unterdrückt.

    • Andrea

      5 Sterne
      Mit Spannung sind wir nach deinem Bericht ans Wursten gegangen. Wir haben am Anfang noch ein paar Fehler gemacht, aber das Ergebnis war trotzdem mega. Alle drei Sorten sind geschmacklich perfekt. Wir haben Schafsaitlinge, die auf Röhrchen aufgezogen sind, verwendet. Das war optimal.
      Vielen Dank für die tollen Rezepte und die Beschreibung deiner anfänglichen Probleme. Das hat uns sehr geholfen. Wir haben schon wieder Schafsaitlinge gekauft, da wir nicht zum letzten Mal gewurstet haben.
      Liebe Grüße Andrea und Tom

      • Heike Blei

        Wir haben das Rezept der Thüringer groben Bratwurst probiert.
        Nach anfänglichen Schwierigkeiten ging das Einfüllen in den Darm recht gut.
        Der Geschmack der Würste ist sehr gut.
        Was mich stört, das die Wurst beim braten grau wird und der Darm aufplatzt.
        Wie kann man das ändern?

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